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Wirtschaftszeitung Aktiv vom 18.02.12

Mit 7 Regeln zum Erfolg

Kopp Schleiftechnik setzt auf traditionelle Werte im Umgang miteinander

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Maschinenpark: Hier entstehen selbst ausgefallene Werkzeug-Geometrien auch in kleinen Stückzahlen.


Lindenfels. Ralf Hach, Werkzeugmacher bei Kopp Schleiftechnik, bringt es auf den Punkt: „Privat habe ich manchmal den Eindruck, dass die Menschen egoistischer werden. Deshalb finde ich es bei uns im Betrieb umso besser, dass wir Wert auf einen anständigen Umgang miteinander legen.“hm_microfrser_100streichholz.pngSeit elf Jahren arbeitet er bei dem Familienunternehmen: „Hier fühle ich mich sehr wohl, und meine Leistung wird anerkannt.“ Ehrlichkeit – ohne Wenn und Aber! So lautet eine von sieben Regeln für die Mitarbeiter im Umgang miteinander sowie mit Kunden und Lieferanten des Betriebs in Lindenfels.

Der Kleinste: Ein Miniwerkzeug,
unter anderem für die Dental-
und die
Medizintechnik.

Speziallösungen für
Zerspanungstechnik

Die weiteren sechs Regeln betreffen Teamwork, Vertrauen, Lob, Kritik, Eigeninitiative sowie verantwortlichen Umgang mit der Umwelt. Firmenchef Achim Kopp ist überzeugt: „Gegenseitige Achtung und Respekt sind einfach wichtig für den Erfolg eines Unternehmens.“ Daran ist die Belegschaft auch finanziell beteiligt. „Wenn alles rundherum stimmt, kommt der Profit von ganz allein, auch für unsere Mitarbeiter“, so der Unternehmer. Wenn das Jahr gut gelaufen ist, gibt es am Ende für alle eine Prämie. Vor mehr als 40 Jahren hatte Kopps Vater Helmut begonnen, Fräswerkzeuge für Zerspanungsmaschinen nachzuschleifen. Um Buchhaltung und Vertrieb kümmerte sich seine Ehefrau Herta. Seitdem ist der Betrieb kontinuierlich gewachsen, zählt heute 35 Mitarbeiter, einschließlich zweier Azubis. In den letzten zehn Jahren wurde der Umsatz mehr als verdoppelt und lag 2011 bei rund 5,6 Millionen Euro. Die Verantwortung für den Betrieb tragen heute die Brüder Jürgen und Achim Kopp sowie dessen Ehefrau Heike. Längst geht es um mehr als guten Service. Zunehmend werden Zerspanungswerkzeuge aus Vollhartmetall auch neu entwickelt und produziert.
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Führungsteam: Jürgen, Achim und Heike Kopp (von links) setzen auf eigenverantwortliche Mitarbeiter.

Die Kunden kommen aus vielen Branchen, vom Werkzeug- und Maschinenbau, der Auto- und Luftfahrt-Industrie bis zur Medizintechnik. Viele ordern Speziallösungen für ein Zerspanungsproblem. Qualität und Präzision müssen stimmen. „Aber darüber hinaus punkten wir, weil wir schneller sind als der Wettbewerb und auch sonst ein wenig anders ticken“, sagt Jürgen Kopp.hm_gsf_gr_foto.jpg

Schneller geht’s bei dem Familienunternehmen auch, weil jeder eigenverantwortlich arbeitet. Allein der Materialeinkauf liegt bei 1 Million Euro im Jahr. Darüber entscheiden die Mitarbeiter in der Auftragsabwicklung allein.


Aufbereitung: Die optische Prüfung nachgeschliffener
Fräswerkzeuge gehört zu den Aufgaben von
Frank Mink. Fotos:Scheffler (2), Werk (2)


Auszeichnung für
Unternehmenskultur
Stolz sind Kopps auch auf „null Fluktuation“. Seit der Firmengründung musste noch nie eine Stellenanzeige geschrieben werden. „Alles läuft über Empfehlungen von Kollegen“, sagt Jürgen Kopp. Zahlreiche Auszeichnungen bestätigen die Unternehmensphilosophie, vom Bundessieger beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks bis zu den 4 Sternen für partnerschaftliche Unternehmenskultur. M. Becker-Mohr