Auswertungen über die wirtschaftliche M+E-Entwicklung in Hessen

Datenstand: Juni 2010


Mit dem Jahresbeginn 2010 hat die wirtschaftliche Dynamik in der hessischen M+E-Industrie deutlich an Fahrt gewonnen: So haben die Auftragseingänge als Frühindikator bereits im ersten Quartal kräftige Impulse für die Überwindung der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise geliefert. Als Motor für diese Entwicklungstendenzen hat zunächst im Wesentlichen das Ausland fungiert. In der Folge hat auch die Umsatzentwicklung – vor allem im zweiten Quartal – zweistellige Zuwachsraten erzielt; dabei sind auch die Inlandsgeschäfte wieder angesprungen. Da sich die Beschäftigungsentwicklung typischerweise erst nach einer anhaltend höheren Kapazitätsauslastung entscheidend verbessert, ist es im bisherigen Jahresverlauf noch zu einem weiteren Rückgang der Beschäftigtenanzahl gekommen.

In allen Monaten des zweiten Quartals 2010 haben die gesamten Auftragseingänge in der hessischen M+E-Industrie mit zweistelligen Raten zugenommen, so dass im Quartalsdurchschnitt ein Plus von 29,5 Prozent verbucht werden konnte. Allein die Auslandsnachfrage ist dabei um 29,9 Prozent angestiegen, die Aufträge aus dem Inland fast gleichauf um 29 Prozent.

Die Zuwachsrate der preisbereinigten Auftragseingänge für die Unternehmen der hessischen M+E-Industrie ist im Juni 2010 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat mit insgesamt 27,8 Prozent etwas stärker gewesen als noch im Mai. Dabei ist der Anstieg der Auslandsaufträge mit 28,8 Prozent etwas höher ausgefallen als die Zunahme der Inlandsorders, die um 27,2 Prozent zugelegt haben.

Vor allem wegen der kräftigen Entwicklung zum Jahresauftakt haben die Auftragseingänge im Durchschnitt des ersten Halbjahres 2010 gegenüber dem gleichen Vorjahreshalbjahr insgesamt mit 34,1 Prozent im Plus gelegen. Dabei haben die Auslandsorders um 34,4 Prozent, die Inlandsnachfrage um 33,5 Prozent zugenommen. Damit sind für die weitere wirtschaftliche Entwicklung deutlich positive Signale gesetzt worden.



Quelle: Statistische Landesamt, eigene Berechnungen

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Auch die Umsatzentwicklung ist – nach einem zunächst verhaltenen Auftakt im ersten Quartal – im zweiten Quartal 2010 ausgesprochen positiv verlaufen: Mit einem Plus von 18,6 Prozent im Vorjahresvergleich sind im Monatsdurchschnitt 4,204 Mrd. € umgesetzt worden. Dabei sind allein die Auslandsumsätze deutlich um 21,3 Prozent auf monatsdurchschnittlich 2,162 Mrd. € angestiegen; die Umsätze mit Geschäftspartnern aus dem Inland haben mit einem Anstieg von 15,9 Prozent im Monatsdurchschnitt des zweiten Quartals einen Wert von 2,042 Mrd. € erreicht. Die Exportquote ist im Vergleich zum ersten Quartal 2010 (53,6 Prozent) auf 51,4 Prozent zurückgegangen.



Quelle: Statistisches Landesamt, eigene Berechnungen


Während die Auslandsumsätze im  Juni 2010 mit einem Plus um 23,3 Prozent über denen des entsprechenden Vorjahresmonats gelegen und damit 2,332 Mrd. € erreicht haben, sind die Inlandsumsätze – um 21,4 Prozent – auf 2,268 Mrd. € gestiegen. Die gesamten Umsätze in der hessischen M+E-Industrie haben damit im Juni 2010 um 22,4 Prozent auf 4,599 Mrd. € zugenommen. Die Exportquote hat bei 50,7 Prozent gelegen.

Das erste Halbjahr 2010 zeigt insgesamt – trotz des verhaltenen Jahresauftakts – mit einem Umsatzanstieg von 12,9 Prozent auf einen monatsdurchschnittlichen Gesamtumsatz von 3,956 Mrd. € im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum eine deutliche Erholungstendenz. Dabei haben die Inlandsumsätze um 7,9 Prozent auf monatsdurchschnittlich 1,881 Mrd. € und die Umsätze mit ausländischen Geschäftspartnern um 17,8 Prozent auf monatsdurchschnittlich 2,075 Mrd. € zugenommen. Die Exportquote in der hessischen M+E-Industrie hat sich damit im Durchschnitt des ersten Halbjahres 2010 auf 52,5 Prozent erhöht.



Quelle:Statistisches Landesamt, eigene Berechnungen


Auch im bisherigen Jahresverlauf 2010 hat der Beschäftigungsrückgang in den Unternehmen der hessischen M+E-Industrie angehalten; – allerdings mit einer deutlich geringeren Abnahmerate als in den vergleichbaren Vorjahreszeiträumen: Im zweiten Quartal 2010 sind mit 196.950 um 3,8 Prozent weniger beschäftigt gewesen.

Die Anzahl der in der hessischen M+E-Industrie Beschäftigten ist im Juni 2010 im Vergleich zum Vorjahr auf 197.130 zurückgegangen – ein Beschäftigungsverlust um 3,1 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat Mai bedeutet dies aber auch, dass es erstmals wieder mehr Arbeitsplätze gibt. Im Juni 2010 erfolgten in der hessischen M+E-Industrie rund 400 Einstellungen.

Im Durchschnitt des ersten Halbjahres 2010 hat die Anzahl der Beschäftigten mit durchschnittlich 197.140 um 4,6 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresstand gelegen – mit stetig sinkender Tendenz.



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