Herbstumfrage von HESSENMETALL
Metall- und Elektro-Industrie optimistisch/ 50 Mrd. € Jahresumsatz,
3.300 neue Arbeitsplätze, steigende Investitionen/ Fasbender: „Politik
muss erfolgreichen Reformkurs halten!“
Frankfurt am Main, 8. Dez. 2010: „In der hessischen Metall- und
Elektro-Industrie hält die dynamische Geschäftsentwicklung an. Die
Aufholjagd bei den Umsätzen ist zur Hälfte gelungen.
Seit Juni schaffte die M+E-Industrie
wieder Arbeitsplätze: 3.300 sind es
inzwischen, und die wichtige 200.000er-Marke wurde wieder überschritten.
Die Stimmungsanalyse zeigt: Im Rückblick auf das Frühjahr deutliche
Verbesserungen in allen Indikatoren. Im Ausblick auf das Frühjahr 2011
Verbesserungserwartungen auf guter Ausgangslage.
Die beschäftigungswirksamen Erweiterungs-Investitionen sind um 15
Prozent gestiegen und wachsen weiter. Als zweitwichtigster
Export-Schwerpunkt hat sich Asien mit 20 Prozent hinter EU-Europa mit 47
Prozent etabliert“, sagte
Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer
des
Arbeitgeberverbandes HESSENMETALL, bei der Vorlage der traditionellen
Herbstumfrage bei den Chefs der Mitgliedsunternehmen in Hessen. An der
Erhebung beteiligten sich 219 Unternehmen mit 70.200 Beschäftigten. Nach
einem Umsatz von 55 Mrd. € im Jahr 2008 und dem Einbruch 2009 auf 45
Mrd. € werde die M+E-Industrie 2010 bei knapp 50 Mrd. € landen. Das
zeige deutlich, wie weit sie gekommen sei, aber auch wohin sie noch
wieder gelangen müsse. „Dabei sind die Chancen für die deutsche
Industrie riesig. Sie müssen nur genutzt werden. Die Herausforderung ist
für die Unternehmen ihre ständige Anpassung im Weltmarkt mit
innovativen Produkten. Die Anstrengungen der der Wirtschaft müssen
flankiert werden durch eine Politik, die streng den Kurs auf Reformen
hält– im Arbeitsmarkt, bei der Rente, bei der Ermöglichung flexibler
Arbeitsformen. Deren Erfolg schlage sich inzwischen in den
gesamtwirtschaftlichen Wachstumszahlen nieder. Und es braucht eine Maß
haltende Tarifpolitik, die betriebliche Bündnisse einschließt“, so
Fasbender weiter.
Bei der Sonderfrage zur Bedeutung von Energie
hätten die M+E-Unternehmen sich klar positioniert. Das Thema sei für
drei Viertel der mittelständisch geprägten Unternehmen von hoher oder
sehr hoher Bedeutung. Der Anteil der Energiekosten an den Gesamtkosten
werde mit 4,8 Prozent angegeben. Das sei ein Anteil von erheblicher
Wettbewerbsrelevanz. Steigende Energiekosten würden vor allem durch
Kostenreduktionen insbesondere in der Produktion abgefedert, aber auch
durch Effizienzsteigerungen in der Fertigungsautomation, bei
Industriebeleuchtung, elektrischen Antrieben und Gebäudeautomation. „Die
Infrastrukturpolitik für den Energiesektor birgt erhebliche Risiken für
unsere überwiegend energieintensive Industrie. Wenn es uns nicht
gelingt, die Energiewende zu den Erneuerbaren Energien ohne stetige
staatliche Verteuerungen hinzubekommen, wird der Produktionsstandort
massiven Schaden erleiden“, so Fasbender weiter.
„Verbesserungen
von guter Ausgangsposition“, bilanzierte Dr. Helmut Rau, Geschäftsführer
Tarifwesen bei HESSENMETALL die aktuelle HESSENMETALL-Umfrage. Mehr als
die Hälfte der beteiligten M+E-Unternehmen schätzten ihre Geschäftslage
als „gut“ (43 Prozent) oder sogar „sehr gut“ (13 Prozent) ein. Für
etwas mehr als ein Drittel stelle sich die Lage „befriedigend“ dar.
Lediglich 11 Prozent beurteilten sie als „schlecht“. Kein einziges
Unternehmen habe „sehr schlecht“ angekreuzt – eine Premiere der Umfrage
im 21. Jahr. Der Vergleich zum Frühjahr 2010 zeige die rasante
wirtschaftliche Erholung in diesem Jahr: 68 Prozent der Unternehmen
bewerteten ihre Geschäftslage als „besser“ (54 Prozent) oder sogar
„erheblich besser“ (14 Prozent). Für 27 Prozent sei sie „vergleichbar“.
Auch für das Frühjahr 2011 fiel die Prognose zuversichtlich aus: 41
Prozent rechneten mit einem „besseren“, 56 Prozent mit einem
„vergleichbaren“ Stand.
Die Auftragsbestände bewerteten im Herbst
2010 52 Prozent der beteiligten M+E-Unternehmen als „ausreichend“; 26
Prozent als „verhältnismäßig groß“, aber noch 22 Prozent als „zu
gering“. Die positive Entwicklung dieses Zukunftsindikators sei
allerdings deutlich an den 62 Prozent der Meldungen abzulesen, die
gegenüber dem Frühjahr 2010 „größere“ Auftragsbestände verbucht haben.
Bei
den Umsätzen rechneten auf einer guten Ausgangsbasis bis zum Frühjahr
2011 45 Prozent mit „eher steigenden“ Umsätzen und 49 Prozent mit „eher
gleichbleibenden“.
Bei den Erträgen zeichnete sich eine
Verbesserung von niedrigem Niveau aus ab: So meldeten fast 42 Prozent
der M+E-Unternehmen „gestiegene“, 46 Prozent „vergleichbare“ und 12
Prozent „gefallene“ Erträge. Bis zum Frühjahr 2011 erwarteten 63 Prozent
„eher gleich bleibende“ Erträge, 33 Prozent sogar „eher steigende“.
Gegenüber
Frühjahr 2010 haben fast 30 Prozent der beteiligten M+E-Unternehmen
ihre Nettoinvestitionen steigern, 62 Prozent das Niveau halten können.
Bis zum Frühjahr 2011 werden bei 56 Prozent der Unternehmen die
Investitionen auf diesem respektablen Niveau „eher gleich bleiben“, mehr
als 36 Prozent werden sie sogar noch ausdehnen können. Der Anteil
beschäftigungswirksamer Erweiterungsinvestitionen ist im Vergleich zu
den Vorjahren - 2008: 13 Prozent; 2009: 8 Prozent - diesmal mit 15
Prozent deutlich angestiegen und wird um 16 Prozent weiter wachsen. Die
Investitionen in die Qualifikation der Mitarbeiter sind mit über 20
Prozent etwa auf dem bereits erreichten hohen Niveau geblieben.

Chart: Die Umsatzverteilung:
Das Ranking der M+E-Branchen in Hessen nach Umsatzanteilen:
Automobil
| über ein Viertel |
| Maschinenbau | knapp ein Fünftel |
| Metallerzeugung, Gießereien | ein Achtel |
Sonstige M+E-Branchen
| ein gutes Zehntel |
| Elektrische Ausrüstungen | ein Zehntel |
| DV-Geräte, elektrische undoptische Erzeugnisse | knapp ein Zehntel |
| Sonstiger Fahrzeugbau | 2 Prozent. |

Die Umfrage zur aktuellen Stimmung
Vorbemerkung: Mittlerweile im 21. Jahr hat HESSENMETALL seine 500 Mitgliedsunternehmen mit rd. 130.000 Beschäftigten im Herbst 2010 nach ihren Einschätzungen über die aktuelle wirtschaftliche Situation und die weitere Entwicklung befragt.
„Aktuelle Frage: Energie“ Wie immer haben wir ein Thema besonders beleuchtet. Dieses Mal sind zusätzlich deren Einschätzungen über Energieaus-nutzung, -kosten und -effizienz abgefragt worden. Die Ergebnisse zu der Energie-Umfrage sind in dem
pdf-Dokument einzeln aufgeführt.
An diesen Erhebungen haben sich
219 Mitglieds-Unternehmen beteiligt; sie repräsentieren
70.200 Beschäftigte. 
Beurteilung der allgemeinen Geschäftslage
Mehr als die Hälfte der beteiligten M+E-Unternehmenschätzen ihre gegenwärtige Geschäftslage als „gut“ (42 Prozent) oder sogar „sehr gut“ (13 Prozent) ein. Für ein Drittel stellt sich die Lage „befriedigend“ dar. Lediglich 11 Prozent beurteilen sie als „schlecht“. Kein Unternehmen beurteilt die Lage als „sehr schlecht“: Das ist eine Premiere.
Der Vergleich zum Frühjahr 2010 zeigt die rasante wirtschaftliche Erholung in diesem Jahr auf: Mit 69 Prozent stellen mehr als zwei Drittel der Unternehmen fest, dass ihre derzeitige Geschäftslage „besser“ (54 Prozent) oder sogar „erheblich besser“ (14 Prozent) zu beurteilen ist. Für 27 Prozent ist sie „vergleichbar“ und nur 5 Prozent halten sie für „schlechter“ als vor einem halben Jahr („erheblich schlechter“: 0 Prozent!).
Die Prognosen über die wirtschaftliche Entwicklung bis zum Frühjahr 2011 fallen ebenfalls positiv aus: 56 Prozent rechnen mit einem „vergleichbaren“ Stand. Von 41 Prozent wird die Geschäftslage sogar noch besser eingeschätzt. Lediglich 3 Prozent befürchten eine Verschlechterung.

Entwicklung der Auftragsbestände
Im Herbst 2010 betrachten 52 Prozent der beteiligten M+E-Unternehmen ihre Auftragsbestände als „ausreichend“; für 26 Prozent sind sie sogar „verhältnismäßig groß“. Dennoch: 22 Prozent beurteilen sie nach wie vor als „zu gering“.
Die positive Entwicklung dieses Zukunftsindikators ist allerdings deutlich an den 62 Prozent der Meldungen abzulesen, die gegenüber dem Frühjahr 2010 „größere“ Auftragsbestände verbucht haben. Für knapp 30 Prozent haben sie auf dem Niveau vor einem halben Jahr verharrt und fast 9 Prozent melden „geringere“ Auftragsbestände.
Bis Frühjahr 2011 nehmen 54 Prozent der Unternehmen an, dass die Auftragsbestände „unverändert“ bleiben, für 40 Prozent werden sie sogar „eher zunehmen“ und lediglich 7 Prozent rechnen mit „eher abnehmenden“ Auftragsbeständen.

Umsatzentwicklung
Auch die Umsatzentwicklung zeigt deutlich aufwärts:
So sind bei 62 Prozent der beteiligten M+E-Unternehmen die Umsätze im Herbst im Vergleich zum Frühjahr 2010 „gestiegen“; für 31 Prozent sind die Umsätze „vergleichbar“ und lediglich fast 7 Prozent melden „gefallene“ Umsätze.
Auf dieser guten Ausgangsbasis rechnen für das kommende Halbjahr bis zum Frühjahr 2011 49 Prozent der Firmen mit einer „eher gleichbleibenden“ Umsatzentwicklung und 45 Prozent mit „eher steigenden“ Umsätzen; lediglich für 6 Prozent werden die Umsätze „eher zurückgehen“.
Verbesserungsaussichten bei guter Ausgangsposition – können wir resümieren.

Entwicklung der Investitionen
Im Vergleich zum Frühjahr 2010 haben fast 30 Prozent der beteiligten M+E-Unternehmen ihre Nettoinvestitionen steigern, immerhin über 62 Prozent das Niveau halten können; lediglich 8 Prozent haben ihre Nettoinvestitionen im letzten halben Jahr zurückgenommen.
Bis zum Frühjahr 2011 werden bei 56 Prozent der Unternehmen die Investitionen auf diesem respektablen Niveau „eher gleich bleiben“, 36 Prozent werden sie ausdehnen können. Bei lediglich 7 Prozent werden sie voraussichtlich zurückgehen.

Ein herausragender Investitionsschwerpunkt liegt auch im Herbst 2010 mit 42 Prozent bei den Ersatzinvestitionen, gefolgt von den Rationalisierungsinvestitionen mit 21 Prozent.
Der Anteil beschäftigungswirksamer Erweiterungsinvestitionen ist im Vergleich zu vergangenen Jahren (2008: 13 Prozent; 2009: 8 Prozent) diesmal mit 15 Prozent deutlich angestiegen.
Die Investitionen in die Qualifikation ihrer Mitarbeiter sind bei den M+E-Unternehmen gegenüber den Ergebnissen aus dem Vorjahr mit über 20 Prozent etwa auf dem bereits erreichten hohen Niveau geblieben. Umweltschutzinvestitionen haben einen Anteil von über 3 Prozent erreicht.
Für das kommende Halbjahr zeigt sich eine deutliche Abnahme bei den Ersatzinvestitionen auf 36 Prozent zugunsten eines Anstiegs bei den Rationalisierungsinvestitionen auf 26 Prozent und eine leichte Zunahme bei den beschäftigungswirksamen Erweiterungsinvestitionen auf über 16 Prozent.
Die Investitionen in die Qualifikation der Mitarbeiter werden voraussichtlich leicht auf 18 Prozent zurückgehen, der Anteil von Umweltschutzinvestitionen wird auf über 4 Prozent steigen.

Exportstärke zahlt sich aus
Der wirtschaftliche Aufschwung macht die Exportstärke der hessischen M+E-Industrie deutlich: Hatten die beteiligten M+E-Unternehmen in Vorjahresumfrage noch einen durchschnittlichen Exportanteil von lediglich knapp 36 Prozent gemeldet, so beträgt er in diesem Herbst fast 41 Prozent.
Die Exportschwerpunkte liegen mit einem Anteil von 45 Prozent in EU-Europa – mit deutlichem Abstand gefolgt von Asien (Anteil: 20 Prozent), das seinen Anteil im Vergleich zur Umfrage im Vorjahr konstant gehalten hat.
Die Regionen übriges Europa und Nordamerika sind mit jeweils etwas mehr als 12 Prozent an den Exporten beteiligt.
Gegenüber dem Frühjahr 2010 sind die Exporte für 51 Prozent der Unternehmen „gestiegen“, bei 45 Prozent sind sie „vergleich-bar“ und lediglich bei 5 Prozent „gefallen“. Im kommenden halben Jahr bis zum Frühjahr 2011 erwarten 57 Prozent der beteiligten M+E-Unternehmen „eher gleich bleibende“ Exporte, 39 Prozent sogar weiter „steigende“ und lediglich 4 Prozent „eher zurückfallende“ Exporte.

Beschäftigungsentwicklung
Im Zuge der verbesserten Wirtschaftsentwicklung hat sich in den an der Umfrage beteiligten M+E-Unternehmen auch die Beschäftigungslage deutlich verbessert: So sind im Halbjahresvergleich Herbst 2010 zu Frühjahr 2010 um 2,4 Prozent mehr Personen beschäftigt gewesen. Für das kommende Halbjahr bis zum Frühjahr 2011 wird mit einer weiteren – wenn auch gedämpften – Zunahme der Beschäftigung um 1,2 Prozent gerechnet. Im Jahresvergleich zwischen Frühjahr 2011 und Frühjahr 2010 ergäbe dies einen Beschäftigungsaufbau um 3,6 Prozent.
Von dieser Entwicklung hat mit einem Anteil der Meldungen von 52 Prozent der Produktionsbereich besonders profitieren können; dies wird auch im kommenden Halbjahr – wenngleich abgeschwächt - anhalten. Auch im Vertrieb sind zunehmend positive Auswirkungen zu erwarten; Anteile im Herbst 2010: 16 Prozent; im kommenden Halbjahr: 19 Prozent.
Der Bereich Forschung und Entwicklung ist mit einem Anteil von 12 Prozent ebenfalls besser als im Vorjahr vertreten und wird ihn voraussichtlich weiter auf über 13 Prozent steigern können.