Zeitarbeit ist keine Leiharbeit!
Dr. Helmut Rau,
Geschäftsführer Tarifpolitik und Arbeitswissenschaften, HESSENMETALL in
Aktiv vom 09.10.10
Gerecht ist, was Chancen schafft: Die
Zeitarbeit ist oft der Königsweg zurück in Arbeit. Der Anteil der
Zeitarbeitnehmer, die in die Stammbelegschaft übernommen werden, liegt
bei rund 20 Prozent. Der Erwerb zusätzlicher Qualifikationen während der
Zeitarbeit kann sogar zum Sprungbrett für höher eingestufte Jobs
werden, die bei einer Direktbewerbung nicht erreicht würden.
Kein
Wunder also, dass 800 000 Zeitarbeitnehmer in Deutschland diese Chance
nutzen. Sie als „atypische“ oder „prekär“ Beschäftigte zu diffamieren,
ist schon ein starkes Stück der IG Metall! Und ständig von
„Leiharbeitern“ zu sprechen, ist einfach nur falsch. „Leihen“ heißt:
etwas jemandem unentgeltlich zur Nutzung überlassen. Zeitarbeiter
überlassen ihre Dienste aber nicht unentgeltlich. Sie werden bezahlt, zu
über 90 Prozent auf der Basis von Tarifverträgen. Und wenn nicht, gilt
der Grundsatz
der gleichen Bezahlung wie bei der Stammbelegschaft.
Die
Zeitarbeit in Deutschland und Hessen boomt wieder – glücklicherweise!
Unsere Umfrage hat gezeigt, dass Zeitarbeitnehmer inzwischen ein
unverzichtbarer Bestandteil des Arbeitsalltags der M+E-Unternehmen
geworden ist. Also alles andere als „atypisch“. Sie nützt Arbeitnehmern
und Arbeitgebern gleichermaßen. Und sie hat zum Erfolg der deutschen
Wirtschaft in den letzten zehn Jahren beigetragen
„Bezahlung
überwiegend nach Tarif“