Standards als Wettbewerbsvorteil
Nikolaus Schade, Leiter
Arbeitswissenschaft HESSENMETALL in Aktiv vom 31.07.10
Papier im
DIN-A4-Format, Umweltnormen nach DIN ISO oder die Euro-Abgasnorm –
täglich begegnen uns Normen oder Standards. In der Industrie geht ohne
sie nichts mehr. Doch Normierung – wie in der Deutschen Industrie-Norm
(DIN) – ist noch kein Wettbewerbsvorteil. Dies gelingt erst, wenn
Unternehmen ihren eigenen Standard
als Branchenstandard durchsetzen.
Beispiele dafür sind Microsoft Office, Blackberry, SAP oder Tetra Pak.
Marktmacht durch innovative Standards lautet ihr Erfolgsrezept.
Gibt
es solche Standardisierungen in der M+E-Industrie Hessens auch? Jede
Menge! Küster Automotive setzte zum Beispiel vor fünf Jahren mit der
elektrischen
Feststellbremse neue Standards. Mersen Deutschland ist
mit dem korrosionsbeständigeren Werkstoff Tantal in Wärmetauschern
dabei, Grafit zu verdrängen. Und Adam Opel peilt mit dem Ampera einen
Standard für Elektromobile an. Auch Senior Berghöfer ist auf gutem Weg.
Durch gezielte Anpassung an immer höhere Umweltstandards auch in
Schwellenländern hat das Kasseler Unternehmen die Nase vorn. Seine
Metallschläuche für abgasarme Motoren entsprechen den
Nachhaltigkeitsanforderungen besser als die Konkurrenz aus Kunststoff.
Es
lohnt sich also, Standards nicht nur zu erfüllen, sondern zu setzen: in
Hessen für die gesamte Industrie.
„Besser als die Konkurrenz"