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Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer von HESSENMETALL in Aktiv vom 21.05.2011

Die hessische Wirtschaft wächst wieder. Aber der Anteil der Industrie in Hessen schrumpft. Nicht so in Baden-Württemberg oder Bayern. Ist das notwendiger Strukturwandel, den man einfach zur Kenntnis nimmt oder eine Entwicklung, gegen die sich das Land anstemmen sollte? Mit industriefreundlichen Rahmenbedingungen von niedrigen Energiepreisen bis zur Innovationsförderung?

Kein Mensch kann den notwendigen Strukturwandel in Richtung einer Dienstleistungsgesellschaft aufhalten. Aber es gibt unterschiedliche Wege, ihn zu bewältigen. Den Weg der De-Industrialisierung sind zum Beispiel die USA, Großbritannien und Italien gegangen. Dort verlagerte man Industrie ins Ausland und konzentrierte sich auf schnell wachsende Dienstleistungen. Der andere Weg ist die „Industrialisierung der Dienstleistung“. Hier hält man die Industrie im Lande, indem man Dienstleistungen wie Logistik und Teile der Administration an spezialisierte Dienstleister auslagert, um das eigene Industriegeschäft produktiver und günstiger zu machen. Aber auch, in dem die Industrie ihre Sachgüterproduktion um intelligente industrienahe Dienstleistungen „anreichert“ und so wertvoller macht.

Diesen Weg sind Korea, Japan und Deutschland gegangen. Da die Wirtschaftskrise im Kern eine Finanzkrise war, stehen Volkswirtschaften mit industriellem Kern jetzt besser da: bei den Arbeitsplätzen und bei der Handelsbilanz. Jedes Land ist gut beraten, wenn es seine eigenen Stärken weiter verstärkt und ausbaut. Deutschland wird erfolgreich wachsen, wenn es seine starke industrielle Prägung bewahrt und sie um wertvolle Services anreichert.

Das ist auch der Weg für Hessen!