Fairness motiviert!
Nikolaus Schade von
HESSENMETALL, Leiter Arbeitswissenschaft in Aktiv vom 10.04.10
Eine
faire Leistungsbeurteilung und angemessene Leistungszulage sind für
Beschäftigte und Unternehmen gleichermaßen entscheidend für den Erfolg.
Denn Anerkennung über den Grad der Zielerreichung und die entsprechende
Entlohnung für Geleistetes zusammen bilden die entscheidenden Kriterien
zur Steuerung des individuellen Leistungsverhaltens und des
betrieblichen Erfolgs.
Das Entgeltrahmenabkommen (ERA)
berücksichtigt deshalb die Leistung als Tarifvergütung und stellt dafür
moderne Instrumente der Personalpolitik bereit. Zielvereinbarung,
Leistungsbeurteilung oder Kennzahlenvergleich tragen entscheidend zur
Verbesserung der Arbeitsprozesse bei. Und wie überall zählt am Ende
nicht die schöne Theorie, sondern die gut funktionierende Praxis.
„Leistung
ist nicht immer messbar“
Der richtige Zuschnitt auf die
besonderen betrieblichen Belange und die respektvolle Kommunikation sind
die Schlüssel zum Erfolg. In der praktischen Umsetzung gilt es,
passgenaue Ansätze zu finden. Auf die jeweilige Arbeitssituation
bezogene Beurteilungskriterien sind die Voraussetzung für gerechte
Differenzierung der individuellen
Leistung. Das ist einfach, wo sie
leicht zu messen ist: zum Beispiel eine bestimmte Produktionsmenge in
definierter Qualität oder zählbare Verkaufsmengen. Schwieriger wird es
dort, wo Unterstützungsleistungen unverzichtbar, aber nicht präzise
messbar sind. Dort geht
es ohne qualifizierte Zielvereinbarungen
nicht, die hohe Anforderungen an Vorgesetzte und
Mitarbeiter
gleichermaßen stellen.
Die Kommunikation wird dann
nachvollziehbar, wenn sie zuerst das Geleistete respektiert und
dann
noch eine Perspektive gibt, den Abstand zum Ziel zu verringern. Zu
diesem anspruchsvollen Thema beraten meine Kollegen Verbandsingenieure
und ich die Mitgliedsunternehmen gerne.